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Vereinsgeschichte


Mehr als zehn Jahre Engagement

CampusAsyl e.V. entstand Ende 2014 aus einem konkreten Bedarf in Regensburg: Mit der Eröffnung der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Pionierkaserne im Regensburger Osten kamen viele geflüchtete Menschen neu in die Stadt. Der Studentenpfarrer Hermann Josef Eckl und der Professor für Deutsch als Zweitsprache Rupert Hochholzer fragten sich, wie Studierende und andere Engagierte ihnen sinnvoll helfen könnten. Aus dieser Idee entstand CampusAsyl – zunächst nicht als Verein gedacht, sondern als Plattform, die Menschen zusammenbringen und ehrenamtliches Engagement koordinieren sollte.

Den Auftakt machte im Januar 2015 eine gemeinsame Kleidersortieraktion, um die vielen Kleiderspenden in der Erstaufnahmeeinrichtung zu bewältigen. Was zunächst als einmalige Aktion gedacht war, verstetigte sich: Innerhalb kurzer Zeit meldeten sich zahlreiche Studierende und weitere Ehrenamtliche, die sich dauerhaft einbringen wollten. Die Kleiderkammer gibt es bis heute. Kurz darauf startete der Deutsch-Crashkurs, wenig später kamen Sport- und Freizeitangebote, Begleitungsgänge zu Behörden sowie weitere Gruppen hinzu. Das Engagement weitete sich bald auf andere Gemeinschaftsunterkünfte, Notunterkünfte, Unterkünfte für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und später auch auf Angebote an Universität und OTH aus.

Um dieses Engagement langfristig abzusichern, wurde CampusAsyl am 30. November 2015 als eingetragener, gemeinnütziger Verein gegründet und schon bald konnten die ersten hauptamtlichen Stellen geschaffen werden – zunächst mit Angelika Frey und Björn Reschke in der Geschäftsstelle, mittlerweile mit mehr als 10 Mitarbeitenden.

Von Anfang an zeichnete sich CampusAsyl durch die große Vielfalt an Angeboten aus. Neue Gruppen entstanden immer dort, wo Menschen Ideen hatten und Bedarfe sichtbar wurden – von der Hochschulgruppe über Koch- und Backgruppen, eine Theatergruppe oder das Jugendmentoring. Gleichzeitig wurde früh darauf geachtet, dem großen ehrenamtlichen Engagement eine verlässliche Struktur zu geben. Mit organisierten Mailverteilern, Ansprechpersonen und regelmäßigen Gruppentreffen entstand Schritt für Schritt ein Netzwerk, das viele Menschen miteinander verband.

In den mittlerweile mehr als zehn Jahren Vereinsgeschichte ist CampusAsyl kontinuierlich gewachsen. Aus den ersten Angeboten entstanden zahlreiche Projekte vor allem in den Schwerpunktbereichen Bildung, Frauenförderung und Begegnung. Gleichzeitig entwickelte sich der Verein weiter: Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung übernahmen zunehmend Verantwortung, engagieren sich heute als Gruppenleitungen oder im Vorstand. Auch der Beirat zeigt diese Entwicklung: Dort treffen sich alle sechs Wochen Menschen mit Flucht-/Migrationsgeschichte und tauschen sich über tagesaktuelle Themen aus, die CampusAsyl betreffen. Highlight ist jedes Jahr das vom Beirat organisierte Zeltwochenende.

Trotz aller Veränderungen ist die Grundidee bei CampusAsyl bis heute die gleiche geblieben: Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammenzubringen und Räume zu schaffen, in denen Begegnung, gemeinsames Lernen und gegenseitige Unterstützung möglich werden. Dass CampusAsyl heute ein fester Bestandteil der Regensburger Stadtgesellschaft ist, verdankt der Verein den vielen Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und Mitgliedern, die ihn in den vergangenen Jahren mit ihren Ideen und ihrer Zeit geprägt haben.

 

Wenn ich von außen auf die letzten zehn Jahre blicke, hat sich CampusAsyl natürlich extrem verändert. Am Anfang war das alles super spontane Nothilfe, heute wirkt der Verein viel professioneller und strukturierter. Aber das Wichtigste ist für mich absolut gleich geblieben: die Begegnung auf Augenhöhe. Das merkt man bis heute in Projekten wie den Sportgruppen oder den Sprachcafés, wo die Herkunft überhaupt keine Rolle spielt und man einfach zusammen eine gute Zeit hat. (Humam Sari)