Am 18. Mai besuchte CampusAsyl mit mehr als 20 Personen die jüdische Gemeinde in Regensburg. Während der Führung durch die alte und neue Synagoge, erkläre Rabbi Kochan die Geschichte des Judentums. Später wurde das heutige Judentum in Deutschland durch zwei junge Gemeindemitglieder in einem Workshop bearbeitet.
Der Schwerpunkt der Führung lag auf der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Regensburg. Seit dem 10. Jahrhundert leben Jüdinnen:Juden nachweislich im heutigen Regensburg. Auf dem Neupfarrplatz lassen sich mit dem Ort der friedlichen Begegnung „Misrach“ (Dani Karavan-Denkmal) heute noch der Grundriss der mittelalterlichen Synagoge erkennen. Nach der Zerstörung des jüdischen Viertels im 16. Jahrhundert – einem der bedeutendsten Europaweit – war jüdisches Leben für 300 Jahre in Regensburg verboten. Erst 1871 mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs endete die rechtliche Ungleichbehandlung vorübergehend. Vielleicht hier noch einen Satz: Die heutige Synagoge steht an dem Ort, der alten Synagoge von 1912, welche 1938 zerstört wurde.
Nach der Führung leiteten Maximilian Guttenthaler und Veronika Semmler, zwei junge Gemeindemitglieder, einen Workshop rund um jüdisches Leben in Deutschland. Der Fokus des Workshops waren die Migrationsgeschichten, denn über 90 Prozent der heute in Deutschland lebenden Jüdinnen:Juden haben einen Migrationshintergrund. Viele kamen als Kontingentflüchtlinge in den 1990er Jahren aus der Sowjetunion nach Deutschland. Inhalt des Workshops war die Frage, warum Menschen aus der Sowjetunion flohen, welchen Herausforderungen sie begegneten und wie die Menschen heute in Deutschland gesellschaftlich wahrgenommen werden.
Deutlich wurde, dass es trotz der durch die Sowjetunion vorgeschriebenen Gleichheit, starke Diskriminierungserfahrungen in den jüdischen Familien gab. Aufgrund schlechter Gesundheitsversorgung und Angst vor der (wirtschaftlichen) Zukunft nutzen viele die Möglichkeit der Migration mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die später in Deutschland erfahrenen Diskriminierungen prägen mit heute das Bild der Jüdinnen:Juden auf Deutschland.
Danke an die Gemeinde für die Möglichkeit des Besuchs und die Teilnehmenden für die rege Beteiligung!