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Städte als „Sichere Häfen“ – Lesung mit Autor Volker M. Heins


Am Freitag, den 27.3.2026 war Autor Volker M. Heins Gast in der Buchhandlung Dombrowsky. Dort sprach er über seine beiden jüngsten Bücher: „Hinter Mauern – Geschlossene Grenzen als Gefahr für eine offene Gesellschaft“ und „Sichere Häfen – Städte als Zuflucht“. Letzeres erschien erst vor einigen Wochen und beinhaltet reportagenartige Berichte über Städte, die „Sichere Häfen“ sind.

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus haben verschiedene Regensburger Initiativen, darunter CampusAsyl, die Lesung mit dem Sozialwissenschaftler organisiert.

„Innerhalb von harten Grenzen verrohen die Gesellschaften“, erklärte Heins die These seines älteren Buches, das sich mit echten und metaphorischen Mauern beschäftigt. Eine solche Verrohung kann sich laut Heins zum Beispiel durch Hass und Gewalt gegen migrantische Menschen zeigen. Er betonte auch, wie leicht es als nicht betroffene Person ist, die Augen vor diesem Problem zu verschließen.

Gewaltvolle Zustände erlebte Heins in Chicago, wo er sich aufhielt, als die bewaffneten Gruppen der Einwanderungsbehörde ICE das erste Mal dort eingesetzt wurde. „Ich habe die Eskalation dort hautnah mitbekommen und gleichzeitig habe ich gesehen, wie sich Menschen wehren“, beschrieb der Autor seine Erfahrungen in der US-Stadt Chicago. Er erzählte von Angst, Zusammenhalt in vielen Communities und schneller Selbstorganisation, zum Beispiel in Form von Flyern mit Tipps zum Umgang mit ICE. Heins Motivation hinter seinem jüngsten Buch war unter anderem, vor gefährlichen Entwicklungen innerhalb von Gesellschaften zu warnen.

„Ich wollte aber auch zeigen, wo der Umgang mit Migration richtig gut läuft“, sagte der Autor. Laut ihm gibt es in vielen Ländern auf der ganzen Welt Projekte, an denen sich Städte orientieren können.  In der deutschen Hauptstadt Berlin gibt es etwa für nicht krankenversicherte Menschen die Möglichkeit, behandelt zu werden, was migrantischen Gemeinschaften zugutekommt. Heins rekonstruierte für die Zuhörer seine Reise, die ihn ein Jahr lang über drei Kontinente in verschiedene „Sichere Häfen“ führte. So können sich Städte bezeichnen, die sich selbst eine offene Willkommenskultur zuschreiben. Zu diesen Städten gehört seit 2020 auch Regensburg.

Der Autor reiste unter anderem nach Sheffield, Palermo, Zürich und Berlin, wo er über die Städte als „Sichere Häfen“ und die Projekte vor Ort recherchierte. So konnte sich Heins u.a. in der Hauptstadt von Uganda, Kampala, mit Menschen unterhalten, die in der afrikanischen Stadt Zuflucht gefunden haben. Die Stadt nimmt sehr viele Menschen auf, die aus angrenzenden Ländern fliehen mussten. In Zürich ist z.B. die Einführung eines Stadtausweises geplant, mit dem sich auch Bewohner der Schweizer Stadt ohne Aufenthaltstitel in der Öffentlichkeit sicher ausweisen können. Heins erzählt außerdem von einer einzigartigen Willkommenskultur in Sheffield.

Der Abend endete mit einem offenen Gespräch mit den Zuhörern und dem Wunsch für die Stadt Regensburg, ein „Sicherer Hafen“ zu bleiben.

 

von Marie Odenthal

 



31.03.2026 11:01,
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